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Zugspitze Nordwand - Himmel und Hölle

1200m, WI5, M5+

Wer auf der Suche nach abenteuerlicher Nordwandkletterei ist, nicht gerne lang im Auto sitzt und noch dazu nur einen Tag Zeit hat, der erreicht von München aus in schlappen 70 Fahrminuten einen wilden Exoten. Und zwar an Deutschlands höchstem Hügel - der Zugspitze.
 
Die meisten ambitionierten Bergsteiger kennen die üblichen Zustiege bereits. Im Sommer, wie im Winter. Höllental, Jubigrat, Stopselzieher, Gatterl, und wie sie nicht alle heißen... Doch eine deutlich wildere Variante führt durch die steile Nordwand. Wenn auch man von der Bahn aus beste Sicht darauf hat, ist sie doch den wenigsten bekannt. Erst 2006 wurde die Tour erstbestiegen und ist mit einer Handvoll Begehungen alles andere als ein bekannter Klassiker.
 
Die 1200 Meter hohe Wand verlangt dem erfahrenen Alpinisten einiges ab - mit Mixed-Schwierigkeiten im 5. Grad, Blankeispassagen und teils brüchigem Fels kein Spaziergang. Also durchaus auf Augenhöhe mit den hohen Wänden der Westalpen. Auch von der Schöheit in meinen Augen eine gelungene Linie. Wer zeitig startet und zügig unterwegs ist, wird statt langem Abstieg, mit einer herrlich bequemen Gondelfahrt belohnt. Die Tour zieht nochmals in umgekehrter Richtung vorbei.

 
Infos zur Tour:

Von der Talstation am Eibsee folgt man Wanderwegen oder der Piste bis zur Station Riffelriß. Von hier gehts eine gute Viertelstunde weiter auf dem Wanderweg Richtung Riffelscharte. Man verlässt den Weg, um in die Schlucht zu gelangen, die vom Bayrisch Schneekar herabkommt. Dieser aufwärts folgen und nach rechts über grasige Bänder in wenig schwieriger Kletterei auf den Rücken queren. Man erreicht das Bayrisch Schneekar.
 
Das Kar steigt man empor, bis sich vor einem die steile Wand erhebt. Am rechten Rand kann man bei guter Schneelage über einen Eisschlauch ein weiteres Schotterfeld erreichen. Bei wenig Schnee hält man sich etwas weiter rechts und erreicht das Schotterfeld in leichter Kletterei. Nun muss man sich weit links halten und erreicht den nächsten plattigen Aufschwung dort, wo von links unten eine steile Rinne aus der Wand heraufzieht. An einer leicht ausgeprägten Rippe, die der Wand vorgelagert ist, findet sich ein Standplatz mit zwei Normalhaken. Direkt dahinter, jenseits der Rinne zieht ein kurzer steiler Riss hinauf (M5+, Fixkeil und Normalhaken). Diesem Riss folgen und anschließend links haltend einen Standplatz mit zwei Normalhaken erreichen. Nun wird die Kletterei wieder leichter (M3-4). Man hält sich stark links und quert die Seilbahn. Je nach Schneelage klettert man über eine kurze Wand ab oder seilt an einem Normalhaken in die Schneerinne.
 
Nun klettert man gerade hoch, kann einige Stufen umgehen, klettert durch eine kurze Verschneidung (M5) mit abdrängendem Block und muss einige Stufen direkt erklettern (M4, WI5). Man findet sich unter einer steilen Wand, die etwa 50 Meter zum Grat hinauf zieht. Auf einem kleinen Podest (zwei Normalhaken) unterhalb eines brüchigen Kamins kann man nochmal Stand machen. Nun folgt man im brüchigen Fels dem Kamin, den man am Ende nach rechts um eine Ecke verlassen kann. Im Folgenden hält man sich wieder links und erreicht insgesamt 50 Metern den Grat durch einen geschlitzten Block. Von hier unschwer zum goldenen Gipfelkreuz.
 
Der untere Wandteil weist relativ soliden plattigen Fels auf. Die Schwierigkeiten variieren stark mit der Schneeauflage. Der oberste Teil der Tour ist relativ brüchig und teils schwierig abzusichern. Zum sichern bieten sich Normalhaken und Pecker, sowie Camalots, Keile und ein/zwei Eisschrauben an. Ein Rückzug gestaltet sich in allen Fällen als schwierig.
 
Erstbegeher Robl und Rossbach
 
05.12.2016, PL
 
 
Topo Zugspitze Nordwand - Himmel und Hölle
Das Topo zur Tour =>
 
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